Besuch bei der Heldenreise: Bätzing-Lichtenthäler setzt auf Streetwork und Polizei
Die SPD-Landtagsabgeordnete Sabine Bätzing-Lichtenthäler hat die Jugendhilfe Heldenreise in Betzdorf besucht und sich vor Ort ein Bild von der Arbeit mit unbegleiteten minderjährigen Geflüchteten gemacht.
Dabei wurde deutlich, was in der öffentlichen Debatte häufig zu kurz kommt: Integration gelingt. In der Heldenreise werden junge Männer zwischen 16 und 21 Jahren pädagogisch begleitet, in ihrer Selbstständigkeit gestärkt und auf ein eigenverantwortliches Leben vorbereitet.
Aktuell leben 23 unbegleitete minderjährige Geflüchtete in der Einrichtung. Neun von ihnen haben bereits einen Ausbildungsplatz – etwa in der Pflege, im Bäckerhandwerk, als Busfahrer oder im Handwerk. Diese Entwicklung steht beispielhaft für gelungene Integrationsarbeit.
Besonders deutlich wird dies an Massiullah (18) und Amir Khan (20) aus Afghanistan. Beide leben seit drei Jahren in der Heldenreise und absolvieren eine Ausbildung zum Krankenpfleger. Sie haben Deutsch gelernt, schulische Hürden gemeistert und arbeiten heute in einem gesellschaftlich wichtigen Berufsfeld. Ihre Wege zeigen, was durch verlässliche Begleitung und klare Perspektiven möglich ist. "Über solche positiven Beispiele müsse ebenso gesprochen werden wie über bestehende Probleme.", so die Landtagsabgeordnete.
Sowohl Bätzing-Lichtenthäler als auch die Jugendhilfe betonen, dass Herausforderungen wie Drogenkonsum oder Kriminalität auf jeden Fall klar benannt und konsequent angegangen werden müssen. Eine sichtbare Polizeipräsenz sei dafür sinnvoll. Gleichzeitig entstehe nachhaltige Sicherheit nur durch einen ausgewogenen Mix aus Prävention, sozialer Infrastruktur, Streetwork und, wo nötig, konsequentem staatlichem Handeln.
Die Landtagsabgeordnete warnte eindringlich vor Vorverurteilungen und Pauschalisierungen: Ganze Gruppen pauschal zu problematisieren erschwere Integration und verschärfe Spannungen. Ein gutes Miteinander in Betzdorf gelinge nur, wenn Probleme klar benannt werden, ohne Menschen zu Problemen zu machen und ohne die vielen gelungenen Integrationsbeispiele aus dem Blick zu verlieren.